Nachdem die berüchtigte Airline Go! all ihre $9 Flüge schon vergeben hatte, haben wir bei Hawaiian Airlines eingecheckt und sind am 05.06. nach Kahului / Maui geflogen. Gleich nach Ankunft und Mietwagenübergabe ging es an den Big Beach im Süden der Insel. Ein wunderschöner und großer Sandstrand, neben dem, was ja auch nahe liegt, der Little Beach liegt. Selbiger war offensichtlich eine Oase der FKK Anhänger, speziell der männlichen – if you know what I mean. Alles nicht wirklich schön anzuschauen, aber Dr. Leisure bekommt trotzdem dicke Props für sein Auto mit eingebautem Wasserfall. Wir haben die beiden Strände recht schnell hinter uns gelassen und sind die Küste entlang gelaufen, an der wir ziemlich waghalsige Sprünge Einheimischer beobachten konnten. Natürlich haben wir uns auch selber als Jumpman probiert – nur unser Felsen war zugegebenermaßen ne Nummer kleiner.
Nach den Strandbesuchen ging es auf den 3055m hohen Haleakala („Haus der Sonne“), erst den Sonnenuntergang, dann den Sonnenaufgang beobachten. Klingt ja ganz nett, war aber ziemlich frisch. Das Übernachten an sich in unserem Chevy Trailblazer, auch gerne Blazer-Lodge genannt, war eigentlich ganz angenehm: man konnte die Rücksitze wunderbar umklappen und sich so ein recht komfortables Bettchen basteln, nur die Außentemperaturen in der ersten Nacht waren eben nicht so ganz kuschelig. Nach dem zitternd beobachteten Sonnenaufgang ging es weiter auf die berüchtigte 54 Meilen lange Road to Hana (Bericht mit verlinkten Videos) mit ihren 54 Brücken und 600 Haarnadelkurven. Natürlich haben wir am ersten verfügbaren Kokosnuss-Stand erstmal halt gemacht, an dem uns verraten wurde, wo es in den Bambuswald, von dem Nico schon berichtet hatte, und damit zu den versteckten Wasserfällen geht. Nachdem wir uns in dem Bambuswald erstmal sauber verlaufen haben und den an sich 10-minütigen Marsch zum ersten Wasserfall auf eine Stunde ausdehnten, wurde es erst richtig interessant: Flussaufwärts hinter dem ersten Wasserfall gab es noch zwei weitere Wasserfälle. Der Weg führte zuerst ziemlich steil bergauf - wir mussten uns an umgeknickten Bambusstämmen hoch hangeln um zu dem zweiten Wasserfall zu gelangen. Die nächste Steigung musste dann mithilfe eines Seiles zurückgelegt werden – für mich als alten Kletterprofi natürlich kein Problem... Von hier an wurde es dann aber noch Spannender: der letzte Wasserfall war nur schwimmenderweise zu erreichen, da sich rechts und links von dem Fluss hohe Felsen auftaten und kein Pfad weiter in Richtung Wasserfall führte. So mussten wir Autoschlüssel und Digialkameras zurücklassen und flussaufwärts schwimmen. Leider gibt es keine Fotobeweise, aber das war wohl der schönste Wasserfall, den ich je gesehen hab. Zudem war außer uns niemand vor Ort und man konnte wunderschön und direkt vor dem Wasserfall ins kühle Nass springen...
Am späten Nachmittag sind wir dann letztendlich in Hana angekommen. Wir wurden ja gewarnt, aber was wir da vorfanden war wirklich sonderbar. Hana hat eine Ranch, die eine Art Tante Emma Laden beherbergt und ein Restaurant beherbergt, dass Cheeseburger für $15 verkaufen will. Im Nachhinein ist das ganze auch ein wenig verständlich: Hana hat gerade mal 2000 Einwohner und 200 Hotelbetten. Beim Spiegel habe ich gerade einen schönen Artikel darüber entdeckt: „Knapp zweitausend tradtionsbewusste Einwohner und über 600 Haarnadelkurven schützen ein Südsee-Paradies vor Hotelsilos und unsäglichen Hula-Shows“. Mein Reiseführer verzeichnete neben dem Ranch-Restaurant noch einen Grillimbiss am Strand des Ortes. Das Namensschild dieses „Lokales“ war am Toilettenhäuschen des Beachparks angebracht, die Küche befand sich schräg gegenüber. Toto steht am Grill des Beachparks und bildet somit auch schon stolz „Totos Grill“. Um ihn gesellten sich einige Lokalhelden, die uns ganz schön verwirrt anstarrten. Wir haben es vorgezogen uns dann im Tante-Emma-Laden mit Brot und Wurst einzudecken und einen Schlafplatz außerhalb Hanas zu suchen.
Am folgenden Morgen ging es dann in den Haleakala National Park, dessen Ostende 11 Meilen hinter Hana liegt. Hier sind die Sacret Pools zu hause, ein Fluss, der sich durch 24 Pools bis zum Meer ergießt. Das Baden in einem der unteren Pools wollten wir uns für später aufheben, so sind wir, wiedermal durch einen Bambuswald, diesmal aber mit angelegtem Pfad, zu einem Wasserfall gestiefelt. Mittags wurde dann noch der Red Sand Beach, der ein bisschen versteckt direkt in Hana liegt, begutachtet. Dann ging es in Rekordzeit zurück nach Kahului um eine der miserablen Vorstellungen von Lebron James und seinen Cavaliers in den NBA Finals zu begutachten. Nach 2,5 Stunden an der Bar vor der Glotze zogen wir dann weiter nach Lahaina, welches wohl nach Waikiki das 3. Mallorca im Pazifik ist.
Von Lahaina aus legte am nächsten Morgen um 6:45 Uhr unsere Fähre nach Lanai ab. Die Fahrt dauerte ca. 45 Minuten und war eigentlich ziemlich angenehm. In Lanai folgten wir brav den Vorschlägen meines Resieführers: rub elbows with locals while having breakfast at Blue Ginger Cafe, stroll around the center of lanai-city (city kann hier nur ironisch gemeint gewesen sein), spend the rest of the day at Manele Bay Beach (was sich ehrlich gelohnt hat - Traumstrand). Zusätzlich haben wir noch die beiden Hotels der Insel angeschaut, neben einem großen Golfplatz und einem weiteren öffentlichen Golfplatz (wo gibt’s denn so was?) war das auch schon alles was die Insel mit ihren 6000 Einwohnern zu bieten hat. Achja, da war doch noch was: einiges an Ruhe.
Neuer Morgen, neue Insel, weitere Übernachtung an einem Beachpark vor Lahaina (inzwischen wussten wir, an welcher Stelle man nicht von der nächtlichen Bewässerung nasskalt geweckt wird). So ging es um 7:15 Uhr morgens nach Molokai. Diesmal war die Überfahrt ziemlich Abenteuerlich, die „Princess of Molokai“ hatte schon so manch ein Jahrzehnt auf dem Buckel und wurde von ihrer nicht gerade vertrauenserweckenden Crew geradezu durch die Wellen gedroschen. Den Wellengang vollführte mein Körper noch den Rest des Tages, während wir schon zu den Wasserfällen im Halawa Valley wanderten. Das war aber bei weitem nicht so einfach, wie es klingt. Um dort hinzukommen muss ein Privates Grundstück durchquert werden und normalerweise muss man eine guided Tour für $75 buchen um bis hoch zu den Wasserfällen zu kommen. Nichts was uns weniger interessiert hätte, wir haben einfach mal frech versucht die Einheimischen am nahe gelegenen Strand zu befragen, welche uns geraten haben das Tor zu dem Grundstück zu passieren und am Ende einen gewissen Lawrence um „Einlass“ zu beten. Naa gut, nur tummelten sich um das besagte Tor ungefähr 20 Hunde, die sich letztendlich als laut aber harmlos entpuppten. Ca. 5 Minuten Fussweg nach dem Tor trafen wir einen Herren, der uns direkt gestikulierte wieder umzukehren. Da ein Mitarbeiter unserer Autovermietung (Island Kine Rent a Car – sehr abenteuerlich) uns schon vorgewarnt hat, dass wir wohl Geld liegen lassen müssen um das Grundstück zu durchqueren, haben wir versucht mit dem Mann zu reden. Seine Verhandlungen fingen bei $100 pro Person an und endeten damit, dass wir $25 liegen lassen mussten um weitergehen zu dürfen. Ärgerlich, aber immer noch günstiger und besser als eine guided Tour. Der Pfad führte uns vorbei an alten hawaiianischen Mauerresten, Tempeln und Opferstätten. Ganz oben kamen wir bei dann bei unseren $25 Wasserfällen an, welche ich todesmutig mit Flachköpper erschwomm. Dinner gab es dann im Hotel Molokai – welches sich als sehr bizarr herausstellte. Die Location war eigentlich ziemlich cool, nur konnte man sich bei der Bedienung / dem Ober nicht sicher sein ob es denn jetzt Männlein oder Weiblein war. Wir gehen im folgenden einfach mal von einem Fräulein aus, zumindest war es wohl auch das, was sie mit ihren hautengen Leggins und durchsichtigem gelben Oberteil, lässig ohne BH getragen, darstellen wollte. Guten Appetit.
In unserem zwar Heißgeliebten aber doch recht kleinen Mietwagen auf Molokai war an eine Übernachtung nicht zu denken, weshalb wir hier das Zelt aufschlugen und die Nacht auf einem Campingplatz im Norden der Insel verbrachten. Frisch und fröhlich ging es dann am Morgen auf in Richtung Kalaupapa Peninsula, einer Halbinsel im Westen Molokais, auf die im 18. Jahrhundert Leprakranke abgeschoben wurden, da sie vom Rest der Insel durch die höchsten Klippen der Welt und die Hai-reichsten Gewässer Hawaiis abgeschottet wird. Ende des 18. Jahrhunderts begannen Missionare auf der Halbinsel Häuser zu errichten – und nachdem Lepra inzwischen heilbar ist, leben heute nur noch ca. 60 Patienten auf der Halbinsel, im Alter von 67 bis 92 und mit der freien Wahl geheilt zu werden oder nicht. Der Ort ist nur über einen 3-Meilen Maultierpfad, per Boot, oder Kleinflugzeug zu erreichen. Das Boot kommt einmal im Monat mit Nahrung, und den Koch haben wir beim Wandern auf dem Mule-Pfad auf dem Weg zur Arbeit getroffen. In den eigentlichen Ort, der auf der Insel entstanden ist dürfen Fremde nur mit einer Mauleseltour für $150 (Bericht lesen!-), zum Strand am Ende des Pfades kann man aber halblegal wandern. Was wir auch gemacht haben. Bergab war es noch recht einfach, aber dann 2,4 Meilen wieder bergauf steigen war unglaublich anstrengend. Zudem kam irgendein Offizieller aus dem Ort zu uns an den Strand und meinte wir sollen uns doch jetzt schnell wieder auf den Weg zurück machen um nicht von einem der Ranger erwischt zu werden und vor Gericht in Honolulu zu enden. Viel zu sehen gab es eh nicht, und das Wasser haben wir auch den Haien überlassen. Nach unserer Wanderung ging es zurück zu unserer familiären Autovermietung, wo wir uns im Wohnzimmer / Büro noch das ein bisschen was vom ersten Viertel des 3. Spiels der NBA-Finals anschauen konnten, dann aber leider auch schon zu unserer Fähre zurück nach Maui mussten. Hier wurde der Wellengang der herfahrt noch übertroffen und das unüberdachte obere Deck zur snorkeling-area erklärt. O-Ton des Captians, ohne Spass.
Angekommen in Lahaina sind wir in Richtung Iao Valley gefahren, wo wir vor den Toren des Parks übernachteten und uns am nächsten Morgen den Iao Needle und ziemlich verrückte Brückenspringer angeschaut haben. Nachmittags gab es dann noch die zu beginn unseres Trips selbst gepflückte Ananas, während sich ca. 2m vor uns im Wasser 3 Schildkröten tummelten...
Alle Bilder im Fotoalbum...
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