Tag I - Früh aufstehen, Strände entdecken, Felszeichnungen und Campgrounds suchen
Nachdem wir trotz beinahe vergessenem Führerschein, schläfrigem Norweger mit aufregender Schuhmode, einem abgelegenen Terminal für unsere Billigairline und vorverlegtem Flug viel zu früh am Flughafen waren und den dortigen Kiosk seiner offiziell noch nicht einmal produzierten Sandwiches entledigten (das Produktionsdatum wurde offensichtlich völlig willkürlich gewählt), stiegen wir in eine unglaublich kleine Maschine, um nach Kailua-Kona zu fliegen. Glücklicherweise hat Eirik während dem Flug den Reiseführer studiert und festgestellt, dass ohne Allradantrieb auf Big Island recht wenig zu reißen ist. Nach der Ankunft wurde also bei Alamo ein 4WD-Upgrade geordert, welches eigentlich auch recht erschwinglich war. Unseren Chevy Trailblazer haben wir dann bei Walmart und Safeway vollgepackt und sind Richtung Norden aufgebrochen.
Nach einem kleinen Happen am nächstbesten Strand ging es weiter zu einer riesigen Lavalandschaft, die nach ca. 3km in einer grünen Oase endete. Dem Reiseführer zufolge waren wir hier in einem Schnorchelparadies angekommen, Wetter und Wellen machten das aber zu einem schwierigen Unterfangen, also haben wir die Gegend erkundet... und nach einem 20-minütigen Marsch über Lavasteine (natürlich bestens ausgerüstet mit Flip-Flops und Badeshorts) einen Traumstrand mit scharfen Hühnern gefunden. Laut Eirik war hier auch eine Schildkröte in den Wellen zugange - für mich sah das aber eher nach einem alten Schuh aus... (Vielleicht doch ab und an die Brille tragen?). Achja, und nochwas ist passiert: aufgrund der grossen Nachfrage: der Handstand! Fast professionell...
Danach stand die Suche nach Felszeichnungen auf der Agenda. Alles was wir gefunden haben war aber nur ein Golfplatz mit einem kurzen Rundgang durch Lavasteine und Fischteiche. Trotzdem schön...
Ungefähr genauso erfolgreich gestaltete sich die Suche nach einem Platz zum Übernachten. Nichts zu machen ohne State-Permission - erfuhren wir ziemlich schroff von einem Aufseher am Spencer Beach Park (Zitat Eirik: "So that's the aloha spirit? It's a kiss my ass spirit!" Wunderschön.). Letztendlich haben wir uns dann aber doch ohne offizielle Erlaubnis an einem Platz ohne Aufsicht niedergelassen - und nachdem Nico den Autoschlüssel verloren hat (der glücklicherweise nach einer ca. 1-stündigen Suche in Domis Seesack aufgetaucht ist - keine Ahnung, wie so was passieren kann!?) wurde das Zelt aufgeschlagen. Problematisch war nur der Sturm... Ich habe vorgezogen meinen Fahrersitz nicht zu verlassen. Zum Frühstück gab’s dann Wal, zwar nur zu sehen und auch nur in Form zahlreicher Fontainen, trotzdem ein guter Start in den Tag...
Tag II - Endlose Highways und menschenleere Landschaften, Waipi'o Valley, BBQ und ...Regen!
Heute ging es nach dem Aufstehen Richtung Ostküste ins Waipi'o Valley (Tal der Könige), das als "spirituelles Herz des alten Hawaii" gilt. Zufahrt zu dem Tal gibt es aber nur mit Allradantrieb - Grund: 240m Höhenunterschied in 1,5km und keine Brücken in dem von Flüssen durchzogenen Tal. Für mich als alten Offroadhasen kein Problem: Videobeweis!
Neben dem Fahrspaß gab es noch 600m hohe Wasserfälle, wunderschöne Flüsse, Wälder, Wiesen, wilde Pferde und einen ziemlich beeindruckenden schwarzen Strand.
Belohnung war ein BBQ an einem recht unspektakulären Grillplatz mit leichten Steaks. Übernachtet wurde danach kurz vor Hilo, ein kuscheliges Fleckchen Erde mit den meisten Regentagen der USA - bekannt als einer der nassesten Orte der Welt - und nein, wir wurden nicht verschont! Trotzdem wurde das Zelt unter einem Dach aufgestellt und schön in Nicis Geburtstag reingefeiert...
Tag III - Wetterumschläge im Stundentakt, Hilo, Akaka und Rainbow Falls, kalte Smoothies und heiße Lava
Nachdem Eirik kommentarlos das Lunchpaket geschnürt hat ging es los nach Hilo, den Wal Mart (Wanderschuhe für $15) und die örtlichen Wasserfälle besuchen. Am beeindruckendsten waren die Rainbow Falls - überraschenderweise mit Regenbogen. Danach gab es entlang der Hilo-Scenic-Route auf Empfehlung leckere Smoothies bei Whats Shakin (Zutaten aus dem eigenen Garten!). Nach einem kurzen Abstecher zur Bucht des botanischen Gartens ging es zum Highlight des Trips...
Auf Anregung zweier Kalifornier (die uns nebenbei noch ganz andere Sachen andrehen wollten) haben wir uns erst am Nachmittag auf den Weg zum Hawaii Volcanoes National Park gemacht. Nach dem Sonnenuntergang und einer deftigen Nachtwanderung durch erstarrte Lavabrocken waren wir an einer Klippe aus Lava und dem letzten legalen Aussichtspunkt angekommen. Der Weg war zuerst durch kleine Reflektoren auf den Lavabrocken gekennzeichnet, diese wurden später durch insgesamt 7 Blinklichter ersetzt, die ca. im Abstand von einem Kilometer standen. Die Blinklichter wiederum wurden dann durch ein schier unendliches Seil ersetzt, an dessen Ende wir nach einem ziemlich stürmigen Regenschauer am besagten "Aussichtspunkt" angelangt sind. Hier waren wir aber immer noch ca. eine Meile vom Lavastrom entfernt... Natürlich haben wir uns damit nicht zufrieden gegeben, da ca. eine halbe Meile entfernt noch Rauch zu sehen war ("da is noch Suppe da!!!"). Inzwischen haben die Wolken den Mond freigegeben, so konnten wir den Weg teilweise ohne Taschenlampen zurücklegen - und es hat sich gelohnt, wir standen letztendlich an einer Klippe, die ca. 300m von einem im Meer mündenden Lavastrom entfernt war. Einfach unbeschreiblich, sogar die ca. 800 bis 1200°C. konnte man spüren... die ca. 16 Meilen und 6,5 Stunden am nächsten Morgen auch - zumal die Nacht wegen Müdigkeit und der Wetterlage im Auto verbracht wurde - zu viert.
Tag IV - Südlichster Punkt der USA, schwarzer und grüner Sandstrand und endlich wieder ein Bett
Nach der recht kurzen und nassen Nacht im Auto auf irgendeinem Krankenhausparkplatz wurde der Black Sand Beach begutachtet, von da aus haben wir uns in Richtung Süden aufgemacht. Angekommen sind wir am südlichsten Punkt der USA, der laut Karte gleich neben dem Green Sand Beach lag. Doch weit gefehlt. Zwischen dem Ende der Straße und dem Strand lagen ca. 2 Meilen Felsen, Gras und Matsch. Eigentlich hatten wir schon aufgegeben als zwei Locals in einem Toyota Pick-Up mit Monsterreifen vorbei kamen, auf unsere Frage bekamen wir ein "It's only twenty minutes away, you've got a 4WD, just keep going!". Zumindest die Monsterreifen hätten uns stutzig machen müssen, denn der Weg war mehr als beschwerlich - und irgendwann mussten wir dann auch unseren geliebten T-Blazer in beeindruckender Pose zurücklassen. Glücklicherweise waren es von hier aus aber auch nur noch ca. 600m zum äußersten Ausläufer der Bucht des Green Sand Beach. Gar nicht mal soo grün, aber eine wunderschöne und einsame Bucht mit türkisem Wasser und traumhaften Wellen. Natürlich wurden die Wellen wagemutig bezwungen, bevor es zurück ans Auto ging. Zur Abwechslung schlug noch einmal das Wetter um und wir machten uns auf den Weg zurück nach Kailua-Kona, wo wir uns vor dem Rückflug für gerade mal $30 ein Hostel mit Jacuzzi und echten Matratzen genehmigten. Prost.
Alle Bilder wie immer hier: Fotoalbum!
Jan 9, 2007
Big Island (Island of Hawaiʻi)
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1 comment:
Hey Korbi,
wenn ich deinen Bericht so überflieg, habt ihr den garnicht den höchsten Berg der Erde ausgecheckt (vom Meeresgrund gemessen)?
Wenn ja habt ihr echt was verpasst, mit dem 4Wheeler von 0 auf 4500m und ne grandiose Aussicht mit dem schönsten Sonnenuntergang der Erde.
Bei dem nächsten Inseltrip meld dich vorher, dann informier ich dich vorher was die Highlights sind.
Aloha, Andi
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